Verfasst von: marcelnakoinz | 5. Dezember 2009

Wenn der Johanniter zweimal klingelt – Die Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. (JUH) ist eine unersetzliche Hilfsorganisation

Johanniter im Einsatz

Johanniter im Einsatz

Neulich staunte ich nicht schlecht, als ich einem Herrn die Tür öffnete, der sich dazu entschlossen hatte, bereitwillig meine Klinke zu putzen. An der roten Uniform erkannte ich schnell, dass es sich nicht um einen Vertreter für Klingeltöne oder Staubsaugerbeutel handelte, sondern um jemanden, der um Mitglieder und Spenden für die „Johanniter“ in Berlin warb. Neugierig geworden, ergab meine erste Recherche, dass die JUH im Jahre 2007 nicht nur unglaubliche 500.000 Notfalleinsätze in Deutschland (davon 10.000 in Berlin) fuhren, sondern die Hilfsorganisation sogar in meinem Heimatdorf tätig ist; seitdem sie im August letzten Jahres die Trägerschaft für den Kindergarten und den Hort im Cottbusser Stadtteil Groß Gaglow, in dem ich meine Kindheit zubrachte, übernahm. Grund genug also für einen Besuch!

Die JUH ist das größte Ordenswerk des 1099 in Jerusalem gegründeten Johanniterordens. Diese evangelische Hilfsorganisation wurde im Jahre 1952 gegründet – als Reaktion darauf, dass zu Beginn der fünfziger Jahre die Anzahl von Verkehrsunfällen dramatisch angestiegen war. Kein Wunder also, dass die meisten Menschen auch heute noch, wenn sie an die „Johanniter“ denken, speziell die Unfallhilfe im Sinn haben. Dabei erschöpfen sich die Einrichtungen dieser großen, aus ehrenamtlichen Aktivitäten entstandenen Organisation hierin noch lange nicht.

Einsatzwagen der JUH

Einsatzwagen der JUH


Gut organisiert ist halb geholfen

Die JUH gliedert sich in neun Landesverbände, die sich bundesweit in mehr als 200 Regional-, Kreis- und Ortsverbänden aufteilen. Mit mehr als 11.000 Arbeitnehmern, 26.000 ehrenamtlichen Helfern und rund 1,5 Millionen Fördermitgliedern gehört die Hilfsorganisation zu den größten Deutschlands. Allein im Regionalverband Berlin arbeiten hier 160 Festangestellte, die durch ca. 280 aktive Ehrenamtliche und 180 Johanniterjugendliche unterstützt werden. Letzteres ist besonders interessant: An dreizehn Schulen bietet die JUH bereits Sanitätsdienstschulungen an: „Die Kinder haben dann das Wissen, um im Falle eines Falles die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes durch professionelle Erste Hilfe überbrücken zu können“, so Frau Steckler-Meltendorf vom Regionalvorstand im Regionalverband Berlin, die seit 1991 bei den „Johannitern“ ist.

Regionalverband der JUH in Berlin

Regionalverband der JUH in Berlin

Weitere Aufgaben der JUH sind neben Rettungsdienst, Krankentransport, Erste-Hilfe-Ausbildung und einem eigenen ambulanten Pflegedienst, auch betreutes Wohnen, ein Hausnotrufdienst und der Menüservice. Hinzu kommen soziale Dienste wie etwa die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, sowie humanitäre Hilfe im Ausland. Denn die „Johanniter“ sind international tätig. Vermittels Orden in anderen Ländern (Großbritannien, Finnland, Ungarn, Österreich usw.), werden auch zu Katastrophen außerhalb der Einzugsgebiete des Ordens, mit Absprache des Auswärtigen Amts, Kräfte entsandt.

Soziale Projekte und Hilfe in Berlin und Umgebung

Seit drei Jahren betreibt der Regionalverband Berlin den Jugend- und Freizeitklub „Die Insel“ in Berlin-Friedrichshain – als einen Übergangspunkt für das Kinder- und Jugendwerk „Die Arche e.V.“, der nur durch Spenden und Mitgliedsbeiträge finanziert wird. Im kalten Winter 2006 haben die Johanniter für Obdachlose ein Kältezelt vor der Gedächtniskirche aufgestellt und diese mit dem Nötigsten versorgt. Doch um ein Projekt wie dieses zu realisieren, muss man tatsächlich einige bürokratische Hürden überwinden. Denn selbst wenn man nur ehrenamtlich helfen möchte, darf man nicht einfach so in Berlin ein Zelt aufschlagen. Doch hauptsächlich sieht der Verband seinen Beitrag für die schlechter gestellten Menschen in Berlin sowieso eher in der Rettungshilfe. Marco Barz, seines Zeichens Leiter des Rettungsdienstes in Berlin, sagt dazu: „Bei praktisch jedem zweiten Einsatz fahren wir zu Obdachlosen und sozial Schwachen.“ Der Grund dafür liegt nahe: Die drei Rettungswachen, in denen die „Johanniter“ mit je einem Rettungswagen stationiert sind, liegen in Berliner Bezirken, die für ihre sozialen Brennpunkte bekannt sind: Kreuzberg, Friedrichshain und Charlottenburg.

Egal, ob die Berliner „Johanniter“ das 14. Weihnachtsessen im Estrel-Convention-Center 2008 – wie in jedem Jahr – sanitätsdienstlich absichern oder wie im vergangenen Jahr zum ersten Mal den Berlin-Marathon: Immer geht es darum, Menschen in Notsituationen schnell und kompetent zu helfen. In Prenzlau und Oranienburg unterhalten die Johanniter zudem Obdachlosenhäuser, in denen Menschen in akuten Notsituationen eine fachmännische und von Sozialarbeitern betreute Zuflucht bereitsteht.

Ordensfahne der JUH

Ordensfahne der JUH

Zusammen hilft sich’s besser
Für den sorgsamen Umgang mit Spendengeldern bürgt das DZI-Spendensiegel, das den Johannitern von Anfang an und ohne Unterbrechung zugesprochen wird. Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen verleiht sozialen Organisationen dieses Siegel nur, wenn sie eine sparsame und seriöse Verwendung der Spendengelder nachweisen können.

Spendenkonto:
Kontonr.: 43 43 43 43
Bank für Sozialwirtschaft
BLZ 370 205 00
Bitte füllen Sie auch den Verwendungszweck mit einem Stichwort aus.
siehe: http://www.johanniter.de

Ausgabe 04, Februar 2009

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