Verfasst von: marcelnakoinz | 3. März 2010

Die „Top Ten+1“ der populärsten Irrtümer unserer Allgemeinbildung

Die beliebtesten Irrtümer

Die beliebtesten Irrtümer

Dass eine Akropolis nicht nur in Athen steht, die Wikinger und Gallier keine gehörnten Helme trugen (Richard Wagner und Asterix-Comics sind schuld) und Stonehenge kein keltisches Heiligtum sein konnte, da es bereits 1.000 Jahre, bevor die Kelten überhaupt auf die große grüne Insel kamen, erbaut wurde, wissen Sie ja sicher. Aber sitzen auch Sie noch dem Ammenmärchen auf, Adam und Eva hätten von einem Apfel gegessen? Die Bibel spricht lediglich von einer Frucht des Baumes der Erkenntnis des Guten und Bösen. Darum hier meine persönliche Hitliste der verbreiteten Halbbildung:

11. Der „Gute Rutsch“ hat etwas mit Rutschen zu tun. – Klar ist es zu Neujahr oft rutschig. Das hat aber nichts mit dem jiddischen Wort „Rosch“ zu tun, das Kopf oder Anfang bedeuten kann. Wir haben lediglich den Ausspruch „Gut Rosch“ zum jüdischen Neujahrsfest „Rosch ha-Schanah“ übernommen, der soviel bedeutet wie „Gutes Neujahr“.

10. Wer sich häufig die Haare schneidet, dessen Haare wachsen schneller. – Ja, genau! Hatten Sie auch solche Eltern, die Ihnen mit bestem Gewissen weismachen wollten, Ihr Haarwachstum werde durch allzu häufiges Rasieren und Schneiden beschleunigt? Sie können sich Ihr Kinn wundrasieren, wie ich es damals tat, als ich das hörte. Ihr Bartwachstum wird davon ähnlich unberührt bleiben wie der meine. Jedes Haar durchläuft einen eigenen Lebenszyklus. Wenn man es abschneidet, stört das die Haarwurzel leidlich. Dieser falsche Eindruck entstand häufig, weil nach einer Rasur die Haarstoppeln kräftiger wirken, wurden sie doch an der dicksten Stelle abgeschnitten.

9. Muskelkater wird von Milchsäureeinlagerungen in den Muskeln verursacht. – Falsch! Sondern von winzigen Muskelfaserrissen, die vor allem bei ungewohnten Belastungen entstehen.

8. Alkohol wärmt. – Schön wär’s! Alkohol bringt den Puls nur vorübergehend in Wallung. Vielmehr noch erweitert er die Gefäße. Mit dem Wärmen ist’s da ganz schnell Essig.

7. Wir nutzen meist nur zehn Prozent unseres Gehirns. – Ja, darauf kommt man schnell, sieht man ständig die bunten Bildchen der Magnetspintomographen, auf denen einzelne Bereiche am Computer eingefärbt sind und der Rest grau gelassen wurde. Natürlich sind nicht immer alle Areale unseres Gehirns gleichzeitig aktiv, aber das ändert nichts daran, dass unser Gehirn ständig malocht. Es ist vernetzt wie das Internet, nicht eine Ansammlung von Modulen wie ein Schweizer Taschenmesser.

6. Platzangst ist die Angst vor engen Räumen. – Nein! Das ist die Klaustrophobie. Sie meinten sicher die Furcht vor großen, leeren Plätzen?!

5. Wir stammen vom Affen ab. – Klar! Auch nach 150 Jahren Evolutionstheorie gibt es immer noch Menschen (auch Biologen), die uns erzählen, die Evolution verliefe linear ab – von den Fischen bis zum Menschen. Glauben Sie solchen Leuten kein Wort und behaupten Sie das Gegenteil! Jeder, der selbst Darwins Buch las, weiß: Wir haben lediglich gemeinsame Vorfahren. Es existieren viele verschiedene Äste am Lebensbaum, von denen unser nur ein Ast unter vielen ist. Wir stammen so sehr vom Affen als einem früheren Entwicklungsstadium ab, wie Blindschleichen blind sind.

4. Die Geschichte wiederholt sich nie. Es gab noch nie eine Finanzkrise, keine Depression, noch nie Hitzewellen, bei denen sogar schon Wein in England angebaut wurde und keine Einführung von Ermächtigungsgesetzen von Demagogen, die freie Hand brauchten, um die Massen zu kontrollieren.
„Vertrauen Sie denen, die nach der Wahrheit suchen, und mißtrauen Sie denen, die sie gefunden haben.“ Meinte schon André Gide.

3. Vorm Frühstück Zähneputzen bringt mehr als frischen Atem für zehn Minuten. – Und nach dem Mittagessen freuen sich die Bakterien zwölf Stunden lang, bis Sie es ihnen vorm Zubettgehen so richtig zeigen und sich ruhigen Gewissens schlafen legen.

2. Unsere Flachbildschirme, der uns wärmende Alkohol, Lebensstandards und riesige Konjunkturprogramme der Industrienationen in Krisenzeiten werden nicht in anderen Teilen der Welt bezahlt, die weit, weit weg sind und sich gern selbst lustige Namen geben wie: „Achse-des-Bösen“, „Schurkenstaaten“ oder „Dritte Welt“.

… Und der größte Irrtum, dem die Mehrheit der Menschen, seitdem es sie gibt, anheim fällt, ist:
1. Schwarz ist eine Farbe.

Sein oder was?

Sein oder was?

Was bleibt noch weiter zu sagen als das, was Johann Wolfgang von Goethe seinen „Werther“ schreiben ließ: „Und ich habe gefunden, dass Missverständnisse und Trägheit vielleicht mehr Irrungen in der Welt machen als List und Bosheit.“

Tipp: Christa Pöppelmann: 1000 Irrtümer der Allgemeinbildung.

Ausgabe 10, Mai 2009

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