Verfasst von: marcelnakoinz | 16. Mai 2010

Einige Richtigstellungen die Regeln der Straße betreffend

Lost in Traffic

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  1. Für wen sind Straßenzeitungen? Straßenzeitungen werden nicht, wie viele annehmen, für Obdachlose geschrieben, sondern für Sie, die sie die sozial schwachen VerkäuferInnen mit dem Kauf unterstützen. Damit Sie als Käufer neben dem guten Gefühl der Nächstenhilfe auch noch etwas Interessantes in Händen halten, kümmert sich unsere Redaktion Woche für Woche darum, Themen zu recherchieren die die Touristen und Bürger dieser Stadt interessieren könnten. Wir haben dabei den großen Vorteil gegenüber anderen Medien Themen ungeschönt und aus ungewohnt offenen Blickrichtungen angehen zu können, da wir von keinerlei staatlicher oder sonstiger Unterstützung abhängig sind. Oft erreichen uns Rückmeldungen darüber, wie erstaunt unsere Leser über die journalistische Qualität unserer Artikel sind. Darüber freuen wir uns natürlich sehr.
  2. Wer schreibt die Artikel? Die Artikel werden zunächst einmal grundsätzlich von ungelernten interessierten Bürgern geschrieben, die sich gern in unser Projekt einbringen wollen. Jeder kann zur offenen Redaktionssitzung am Dienstagnachmittag kommen und seine eigenen Gedanken einbringen. Auch hat natürlich jeder obdachlose Verkäufer die Möglichkeit, aktiv mitzuwirken und sich so neue Handlungsfelder zu erschließen. Diese Offenheit allen gegenüber – auch und insbesondere, was finanzielle Angelegenheiten betrifft – ist ein zentrales Prinzip unserer Arbeit. Der strassenfeger nimmt entschieden Partei für Arme, Ausgegrenzte und Obdachlose. Wir haben keine Scheu, Missstände sowie Konflikte offen in der Zeitung zu benennen und uns auch selbst der Kritik zu stellen.
  3. Wie finanzieren sich Straßenzeitungen? Das ist natürlich von Zeitung zu Zeitung verschieden. Für den Berliner strassenfeger gilt jedoch: Die Zeitung selbst ist ein soziales Projekt, welches sich zu 100 Prozent durch den Verkauf der Zeitungen finanziert. Nebenher betreibt der gemeinnützige Dachverein „mob e.V. – Obdachlose machen mobil“ noch eine Notübernachtung, ein Notcafe und einige soziale Wohnungseinrichtungen.
  4. Ist der Verkauf in den U-Bahnen illegal? Nein, in Berlin gilt als einziger Stadt Deutschlands die Ausnahmeregelung, in Übereinkunft mit der BVG, dass in den Zügen Straßenzeitungen verkauft werden dürfen. Was natürlich verboten ist, ist das Betteln. „Da könnte ja jeder kommen und sein Aidsbein den Fahrgästen vorhalten. Man kann in der U-Bahn ja nicht davonlaufen“, begründet das der BVG-Pressesprecher Klaus Wazlak (siehe entsprechenden Artikel hier auf meinem Blog). Außerdem ist es natürlich für die ebenfalls nur in Berlin geduldeten Straßenmusiker ärgerlich, wenn die Fahrgäste genervt vom vielen Betteln aus den Bahnen strömen, da diese für Ihre Sitzplätze im Gegensatz zu den Verkäufern bezahlen müssen.

Marcel Nakoinz

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