Verfasst von: marcelnakoinz | 5. Juli 2010

Sicher ist nur das Risiko – Die momentan durch Deutschland ziehende Anti-Atom-Bewegung machte erneut Stopp in Berlin

Endlich wissen wir wohin mit dem Atommüll

Endlich wissen wir wohin mit dem Atommüll

Am 5. September fand die bundesweite Anti-Atom-Demonstration „Mal richtig abschalten!“ statt, auf der sich tausende Demonstranten, begleitet von Traktorfahrern aus dem Wendland, im Berliner Regierungsviertel einfanden. Sie alle demonstrierten gegen die aktuelle Diskussion um die „Renaissance der Atomkraft“. Das Hauptargument dabei: Es gäbe nirgends auf der Welt sichere Endlager für Atommüll. In die bisherige Lagerstätte Asse* und auch in Gorleben dringt mittlerweile Wasser ein und so werden diverse „Zwischenlager“ in der Nähe von Atomkraftwerken (AKW’s) und Städten derweil zu Langzeitlagern. Unzumutbar für betroffene Anwohner.

Berlin: Ein Kandidat als Endlager für Atommüll?
Um auf diesen Missstand aufmerksam zu machen, tourt gerade eine Anti-Atom-Bewegung quer durch’s Land, die mit einem nachgestellten „Castor-Transport“ überall in Deutschland auf Endlagersuche geht. Der Auftakt dazu fand am 28. August in der Hauptstadt statt, als den BerlinerInnen eine Idee davon gegeben wurde, wie es ist, wenn vor ihrer Haustür ein Atommülllager zur Disposition steht. Mit gezückten Geigerzählern schritt die Prozession an diesem Tag von der Vattenfall-Zentrale am U-Bahnhof Zinnowitzer Straße zum Brandenburger Tor. Dort wurden dann per Probebohrung „Bodenproben“ entnommen. Zeitweise wurde gar in Erwägung gezogen, dass die wenig benutze Kanzlerbahn als mögliches Atommülldepot in Frage käme. Daraufhin gab es sofort heftigen Widerstand von Schwarz-Gelb. Aber dieser perfide Angriff einer politisch gesinnten Wespe konnte Christoph Bautz nicht davon abhalten, seine Eröffnungsrede fortzuführen. Dieser ist Diplom-Biologe, Politikwissenschaftler und einer der Gründer von „Campact“, dem Veranstalter der Anti-Atom-Tour. Diese besucht bis Mitte September noch Köln, Mainz, Frankfurt, Stuttgart, München, Nürnberg und Münster. Vielleicht findet sich ja in einer dieser Städte eine geeignete Endlagerstätte?

Standortsuche Deutschland

Standortsuche Deutschland

Das gefährliche Spiel mit dem Atom
Mittlerweile versammelten sich die zahllosen Schaulustigen und sämtliche Vertreter der Medien aus Funk und Fernsehen um das improvisierte Rednerpult. Bautz und weitere Redner, wie Peter Dickel und Gerd Rosenkranz (Deutsche Umwelthilfe), wiesen auf die Risiken der Stromgewinnung durch AKWs hin. So seien nicht nur die hohe Unfallgefahr in den Kraftwerken und der Fakt, dass es sich hierbei nicht um eine erneuerbare Energiequelle handle, von der man sich sowieso früher oder später trennen müsste, entscheidend. Auch würden munter weiter fast 500 Tonnen Atommüll jedes Jahr in Deutschland produziert, für die es keine Lagerstätten gäbe. Dies nähmen die Konzerne bewusst in Kauf, da der in AKWs gewonnene Strom günstig zu produzieren und teuer zu verkaufen sei. Jedes Jahr Laufzeitverlängerung brächte ihnen so rund zehn Milliarden Euro Gewinn.

Zudem würde in AKWs aber auch fast dieselbe Technik genutzt, die zum Bau von Atombomben benötigt würde, was sich bereits Länder wie Nordkorea, Indien und der Iran zunutze gemacht hätten, so Rosenkranz.

Klappern gehört zum Handwerk

Klappern gehört zum Handwerk

Atomausstieg selbst gemacht
Neben dem obligatorischen Wachrütteln, zeigten die Aktivisten auch Wege auf, wie jeder Einzelne seinen Teil dazu beitragen kann, dass die Hypotheken, die wir unseren Kindern aufbürden, nicht „strahlender“ Natur sind. Schon der einfache Wechsel zu Ökostrom ist eine Möglichkeit für solche, die keine Zeit haben, sich in Organisationen oder Vereinen zu engagieren. Was ist schon ein Cent mehr pro Kilowattstunde gegen das gute Gefühl, den mächtigen Energiekonzernen ein Schnippchen zu schlagen und das Stromnetz zurückzukaufen? Nach Bautz würden so auch viele Arbeitsplätze frei werden, die aufgrund der bisherigen Monopolstellung der Atomstromerzeuger einen Marktzuwachs der Stromerzeuger erneuerbarer Energien verhindere.

Im Aufruf für die Tour und die bundesweite Demonstration am 5. September in Berlin hieß es: „Es wird entscheidend von uns abhängen, wie sich die Parteien nach der Bundestagswahl zur Atomenergie verhalten“. Ob sich die Regierenden von den Aktionen tatsächlich beeindrucken lassen, wird sich allerdings erst noch zeigen müssen.

* Das Salzbergwerk war eigentlich nur als „Probelager“ gedacht und die Eigentumsverträge laufen zudem 2015 aus, was die Zukunft dieses Lagers in Frage stellt.

Näheres im Internet:
http://www.campact.de/atom2/demo
http://100-gute-gruende.de/index.xhtml

Wer suchet, der...

Wer suchet, der...

Christoph Bautz schaltet endlich mal richtig ab

Christoph Bautz schaltet endlich mal richtig ab

Ausgabe 19,

Oktobär 2009

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